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Oberthurgauer Gemeinden zur Verkehrsplanung des Bundes

22. Oktober 2026
Der Bundesrat hat am 19. Juni die Vernehmlassungsvorlage für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur bis 2045 verabschiedet. Nun haben zwölf Oberthurgauer Gemeinden ihre Stellungnahme dazu eingereicht.

Der Bund plant mit dem Projekt «Verkehr ’45», die Verkehrsinfrastruktur in der Schweiz bis 2045 auszubauen. Dabei sollen sowohl die Strassen als auch die Bahn verbessert werden. Die Gemeinden im Oberthurgau begrüssen diese Pläne grundsätzlich. Sie befürchten aber, dass die hiesige Region bei den Investitionen zu wenig berücksichtigt wird. 

Bessere Strassen für den Oberthurgau

Die Gemeinden fordern vor allem Investitionen in zwei wichtige Strassenprojekte. Zum einen in die Umfahrung Amriswil Nord mit Anschluss an Romanshorn. Dieses Projekt soll bis 2045 umgesetzt werden. Es soll den Oberthurgau besser an das nationale Strassennetz anbinden und die Dörfer vom Durchgangsverkehr entlasten. Zum anderen die Umfahrung Weinfelden. Auch dieses Projekt soll bis 2045 eingeplant werden. Beide Umfahrungen gehören zusammen. Werden sie zeitlich zu weit auseinander umgesetzt, kann der Verkehr an anderen Orten wieder zu Problemen führen. «Die Region wächst und es entstehen neue Wohn- und Arbeitsplätze. Deshalb braucht es leistungsfähige Strassen, die mit dieser Entwicklung mithalten können», erklärt der Amriswiler Stadtpräsident Gabriel Macedo stellvertretend für die 12 Gemeinden. 

Gute Zugverbindungen gewährleisten

Auch die Bahn ist für den Oberthurgau sehr wichtig. Die Gemeinden fordern deshalb den Erhalt der direkten Fernverkehrsverbindungen von Amriswil und Romanshorn. Ausserdem darf sich die Zugverbindung Richtung Zürich nicht verschlechtern und die Strecke über Amriswil, Weinfelden, Frauenfeld und Winterthur soll langfristig leistungsfähiger werden. Zudem muss der Bahnhof Weinfelden auch in Zukunft genügend Platz bieten, um reibungslose Umstiege zu ermöglichen. In der Vorlage zum «Verkehr ’45» plant der Bund jedoch, bereits beschlossene Bahnprojekte teilweise zu streichen. Dazu gehören auch Verbesserungen in Weinfelden und auf den Strecken Richtung Siegershausen und Winterthur. Die hiesigen Gemeindevertreter befürchten nun, dass dadurch weniger Züge fahren können und zukünftige Verbesserungen schwieriger werden. Sie verlangen deshalb einen verbindlichen Plan, der zeigt, wie die Zugverbindungen bis 2040/2045 erhalten und verbessert werden sollen. 

Die Region darf nicht benachteiligt werden

Die Gemeinden kritisieren, dass der Bund bei seinen Entscheidungen zu stark darauf achtet, wo Strassen und Bahnen bereits überlastet sind. Ihr Argument: Auch Regionen, die heute noch keine ausreichend gute Verkehrsanbindung haben, brauchen Investitionen. Der Oberthurgau ist ein wichtiger Wohn- und Wirtschaftsraum am Bodensee und die Bevölkerung wächst. Deshalb soll die Region sowohl auf der Strasse als auch mit der Bahn besser erreichbar werden. «Und dennoch erwarten wir keine Sonderbehandlung. Die Bedürfnisse der Ostschweizer Gemeinden sollen bei der Planung lediglich fair berücksichtigt werden», so Macedo weiter. 

Umfahrungen und bessere Anbindungen

Zusammengefasst lässt sich sagen, dass die Gemeinden des Oberthurgaus die grundsätzliche Richtung von «Verkehr ’45» unterstützen. Sie verlangen aber, dass Strassen und Bahn gemeinsam verbessert werden. Besonders wichtig sind ihnen die Umfahrungen Amriswil und Weinfelden sowie der Erhalt und Ausbau der Zugverbindungen. Verhindert werden soll zudem, dass der Oberthurgau weiterhin schlecht angebunden bleibt und gleichzeitig wichtige Verbesserungen bei der Bahn wegfallen.

Das Amriswiler Zentrum würde durch die Umfahrung Amriswil Nord verkehrstechnisch entlastet.
Das Amriswiler Zentrum würde durch die Umfahrung Amriswil Nord verkehrstechnisch entlastet.
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