«Wir haben in den vergangenen drei Jahren mehr erreicht als die Jahre davor», sagt
Nicole Egli-Soller, Stadträtin des Ressorts Kinder, Jugend und Familien. Einen wesentlichen Anteil daran hat für sie die Fachstelle Gesellschaft. Als erste Anlaufstelle bei Fragen zu Kindern, Jugend, Familie, Gesellschaft, Gesundheit und Integration koordiniert und begleitet sie verschiedene Projekte und Angebote. «Eliane Graf leistete tolle Arbeit», so die Stadträtin. Graf wird die Fachstelle Gesellschaft per Ende September verlassen. An ihre Stelle tritt Milena Pezzoli. «Ich freue mich riesig auf die Herausforderung», sagt die 26-Jährige. Vor allem das Zusammenspiel aller Altersschichten und die Vielfalt der Möglichkeiten reizen sie.
Der Fortschritt im Bereich Kinder-, Jugend- und Familienförderung (KJFF) ist beispielsweise bei der Spielgruppe sichtbar: «Neben der Schaffung einer Leitungsstelle sowie einer neuen Vorstandsstruktur konnten wir aufgleisen, dass alle Kinder ein Jahr vor Kindergarteneintritt kostenlos die Spielgruppe besuchen können», erklärt Egli-Soller. Auch im Vorstand des Jugendtreffpunkts YOYO gab es eine Umstrukturierung. «Zudem arbeitet das Team des YOYOs auf Hochtouren an einem Jugendrat. Aktuell entwickeln die interessierten Jugendlichen ein Konzept dazu», verrät die Stadträtin. Zudem steht das Kinderhaus Floh vor Veränderungen. Durch die anhaltend tiefen Kinderzahlen werden mit einer externen Beratungsstelle aktuell Massnahmen geprüft, wie die Zukunft des Kinderhauses aussehen könnte. Gleichzeitig will die Stadt Amriswil ihre Angebote und Rahmenbedingungen für Kinder und Familien weiterentwickeln. Sie bewirbt sich für das Label «Kinderfreundliche Gemeinde» der UNICEF. «Dieses Thema wird uns in Zukunft noch beschäftigen. So geht es für uns nun an die Erstellung des Aktionsplans, in dem wir fünf Meilensteine definieren wollen», so Egli-Soller. «Darauf freue ich mich sehr», betont Milena Pezzoli.
In ihrer Aufgabe bei der Fachstelle Gesellschaft ist Pezzoli nicht nur Bindeglied zur KJFF, sondern auch zur Gesundheits- und Alterskommission. Der Stadtrat des Ressorts Alter und Gesundheit, Claude Brunner, blickt auf die Erfolge in Zusammenarbeit mit der Fachstelle: «Wir konnten dem Hausärztemangel mit beschlossenen Massnahmen entgegenwirken und die Situation hat sich entspannt.» So führt die Fachstelle Gesellschaft unter anderem eine laufende Übersicht darüber, welche Arztpraxen in Amriswil noch neue Patientinnen und Patienten aufnehmen. Gleichzeitig wurde der Austausch mit der Ärzteschaft intensiviert – unter anderem mit dem zweimal jährlich stattfindenden Health-Apéro. «Dadurch sind wir näher an den Ärztinnen und Ärzten und erfahren frühzeitig, wo Herausforderungen oder Handlungsbedarf bestehen», erklärt Brunner. Gemeinsam mit der Fachstelle Gesellschaft wurden zudem die Anliegen und Bedürfnisse der Bevölkerung aufgenommen und in die Erarbeitung eines neuen Gesundheits- und Altersleitbildes einbezogen. «Unser Ziel ist es, Themen wie Einsamkeit im Alter, Integration der älteren Generationen sowie das Thema Demenz für die Öffentlichkeit sichtbar zu machen», sagt der Stadtrat. Für ihn ist klar: «Alter und Gesundheit beschränken sich nicht nur auf Seniorinnen und Senioren. Es beginnt beim Babyempfang und reicht bis ins hohe Alter.»
Genau diese Vielfalt hat Milena Pezzoli dazu bewogen, sich für die Stelle zu bewerben: «Ich werde mir erst einen Überblick verschaffen. Danach freue ich mich, von der frühen Förderung bis ins hohe Alter die Bevölkerung begleiten und unterstützen zu dürfen.»