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Was Kinder und Jugendliche in Amriswil bewegt

13. August 2026
Über 1’000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben Amriswil ihre Meinung gesagt. Die Befragung zeigt, wo die Stadt bereits gut aufgestellt ist und wo sich die jungen Einwohnerinnen und Einwohner Verbesserungen wünschen.

«Wie wohl fühlst du dich in Amriswil?», «Gibt es in Amriswil genug Freizeitangebote für Kinder und Jugendliche?» oder «Fühlst du dich sicher, wenn du in Amriswil unterwegs bist?» Das sind nur einige der Fragen, die im Frühling dieses Jahres von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren beantwortet wurden. Hintergrund ist die UNICEF-Initiative «Kinderfreundliche Gemeinde», deren Zertifizierung die Stadt Amriswil seit 2024 anstrebt. Der Weg zur Auszeichnung umfasst fünf Schritte. Mit der Befragung wurde nun der zweite Schritt, die Partizipation von Kindern und Jugendlichen, umgesetzt.

Perspektive der Kinder und Jugendlichen

An der Befragung nahmen über 1’000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren teil. Bei den Vorschulkindern füllten die Eltern die Onlineumfrage stellvertretend aus. Vom Kindergarten bis zur 9. Klasse beantworteten die Schülerinnen und Schüler die Fragen entweder selbstständig oder mit Unterstützung ihrer Lehrperson. Die meisten Teilnehmenden gab es bei den Schülerinnen und Schülern der 1. und 2. Klasse sowie bei den 13- und 14-Jährigen. Die Fragen waren in sechs Themenbereiche unterteilt: Wohlbefinden und Freundlichkeit, Freizeitangebote, Mobilität und Sicherheit, Informationskanäle, Unterstützungsangebote sowie Mitbestimmung.

Wohlbefinden und Freundlichkeit

Über alle Altersgruppen hinweg fühlt sich mehr als die Hälfte der Kinder und Jugendlichen in Amriswil sehr wohl. Als Gründe für ihre Zufriedenheit nannten sie unter anderem die Familie. Besonders für die Schülerinnen und Schüler der 7. bis 9. Klasse ist ein vertrautes soziales Umfeld wichtig. Auch die ruhige und sichere Umgebung wird von dieser Altersgruppe geschätzt. Positiv hervorgehoben wurden zudem die vielfältigen Spielplätze.

Freizeitangebote

Rund zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler der 3. bis 6. Klasse sind mit dem Freizeitangebot der Stadt zufrieden. Besonders positiv fallen die Sport- und Spielplätze sowie Veranstaltungen wie «Amriswil on Ice» auf. Weniger zufrieden zeigen sich die Jugendlichen der 7. bis 9. Klasse. Sie wünschen sich mehr Möglichkeiten für ihre Altersgruppe, beispielsweise Begegnungsangebote. Beliebte Aufenthaltsorte sind unter anderem das Amriville sowie Plätze in der Natur. Auch die Jugendlichen, die die obligatorische Schulzeit vollendet haben, wünschen sich mehr altersgerechte Treffpunkte. Als Kritikpunkte wurden vor allem die Sicherheit, die Abwechslung und die Altersgerechtigkeit genannt.

Mobilität und Sicherheit

Die Mehrheit der Befragten fühlt sich in Amriswil sicher. Dennoch werden der Bahnhof und seine Umgebung von allen Altersgruppen als Gefahrenzone wahrgenommen. Häufig wird der Bahnhof dabei mit Drogen in Verbindung gebracht. Auch die Verkehrssicherheit beschäftigt die Befragten. Die Eltern der Vorschulkinder wünschen sich beispielsweise mehr Tempo-30-Zonen. Von der 3. Klasse bis zu den 17-Jährigen wird zudem eine bessere Beleuchtung der Strassen gewünscht. Auch mehr Polizeipräsenz oder eine stärkere Präsenz der Securitas in den Abendstunden werden als mögliche Massnahmen genannt.

Informationskanäle

Die Eltern der Vorschulkinder bewerteten die Informationskanäle der Stadt Amriswil mit 
69 Prozent als sehr gut. Rund die Hälfte der Befragten gab an, amriswil.info als meistgenutzten Informationskanal zu nutzen. Kinder und Jugendliche ab der 3. Klasse wünschen sich zudem eine stärkere Präsenz der Stadt in den sozialen Medien und mehr Informationen über die Schulen. Die Mehrheit der Neun- bis Zehnjährigen wünscht sich ausserdem kinderfreundlichere Inhalte.

Unterstützungsangebote

Kinder und Jugendliche ab der 3. Klasse wurden zudem zu den Beratungs- und Unterstützungsangeboten befragt. Die Mehrheit der Befragten gab an, keine konkreten Angebote zu kennen, jedoch zu wissen, an wen sie sich bei Bedarf wenden können. Wer bereits ein solches Angebot in Anspruch genommen hatte, bewertete die Unterstützung positiv. Zusätzlichen Unterstützungsbedarf sehen insbesondere die Schülerinnen und Schüler ab der 6. Klasse in den Bereichen psychische Gesundheit und Berufswahl.

Mitbestimmung

Die 238 befragten Schülerinnen und Schüler der 3. bis 6. Klasse gaben an, sich für lokale Themen wie Sport, Spielplätze und die Stadtentwicklung zu interessieren. Für mehr Mitbestimmung schlagen sie unter anderem Umfragen und Kinderabstimmungen vor. Knapp die Hälfte der Befragten ab der 6. Klasse fühlt sich bisher nur teilweise oder gar nicht in Entscheidungen einbezogen. Rund ein Drittel wünscht sich deshalb mehr Möglichkeiten zur Mitbestimmung. Einfluss nehmen möchten die Jugendlichen insbesondere auf die Gestaltung der Stadt, Freizeitangebote, die Schule sowie gesellschaftliche und politische Anliegen. Das Interesse an einem Jugendrat ist hingegen eher gering. Dennoch sind rund 20 Prozent der Befragten bereit, sich zu engagieren. Deshalb ist geplant, dieses Gefäss zeitnah in Amriswil aufzugleisen.

Mehr als nur ein Label

Die detaillierten Ergebnisse der Umfrage können ab heute auf der Stadtwebseite unter 
amriswil.ch/kjf eingesehen werden. Ziel der Initiative ist die systematische Umsetzung der Kinderrechtskonvention auf kommunaler Ebene. Diese umfasst 54 Kinderrechte, die den Schutz, die Förderung und die Partizipation von Kindern und Jugendlichen gewährleisten. Im Vordergrund steht dabei nicht primär die Auszeichnung als «Kinderfreundliche Gemeinde». Vielmehr geht es darum, Massnahmen für eine kinder- und jugendfreundlichere Stadt Amriswil nachhaltig zu verankern und laufend zu überprüfen. Die Ergebnisse der Befragung zeigen auf, wo sich Kinder und Jugendliche in Amriswil bereits wohlfühlen und wo noch Handlungsbedarf besteht. Sie bilden damit eine wichtige Grundlage für die weiteren Schritte auf dem Weg zur Zertifizierung. Aktuell entwickelt die Arbeitsgruppe «Kinderfreundliche Gemeinde Amriswil» einen Aktionsplan mit Massnahmen für die kommenden fünf Jahre.  

Am 18. Februar fand im Pentorama die erste Veranstaltung im Rahmen der UNICEF-Initiative «Kinderfreundliche Gemeinde» statt.
Am 18. Februar fand im Pentorama die erste Veranstaltung im Rahmen der UNICEF-Initiative «Kinderfreundliche Gemeinde» statt.
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