«Man muss sich sichtbar machen, damit man überlebt», sagt der Amriswiler Gewerbler Peter Zweifel. Er setzt sich seit rund 20 Jahren dafür ein, die Amriswiler Detaillisten sichtbarer zu machen. «Wir gestalteten Flyer und Broschüren, veranstalteten Modenschauen und nutzten jeden klassischen Kommunikationskanal», erinnert Zweifel sich. «Um weiterhin gesehen zu werden, müssen wir die Kanäle der Zukunft nutzen, und das sind ganz klar die sozialen Medien», betont Zweifel. Zwar haben die einzelnen Fachgeschäfte sowie der Gewerbeverein Amriswil bereits Accounts bei den Plattformen wie Facebook und Instagram, jedoch agiert jeder für sich. «Gemeinsam können wir unsere Kräfte bündeln und unsere Sichtbarkeit ausbauen», ist sich Peter Zweifel sicher. Genau darum schuf er den Kommunikationskanal ‹Amriswil Shopping Plus›.
Peter Zweifel startete seine Idee mit vier Fachgeschäften. Rasch schlossen sich weitere der Gruppe an. «‹Amriswil Shopping Plus› ist am Mittwoch mit zehn Mitgliedern gestartet», freut sich der Coiffeur. Neben den einzelnen Betrieben ist auch der Verein Amriswiler Fachgeschäfte mit im Boot. «Der Begriff Amriswiler Fachgeschäfte hat zu wenig Strahlkraft. Darum ist für uns klar: Wir müssen Synergien bilden und diese gemeinsam nutzen», sagt Angela Mettler-Baumer, Vorstandsmitglied des Vereins. Sie ist überzeugt: «Wenn wir zusammenarbeiten, haben alle etwas davon.» Hierfür ist das Zusammenspiel von kleinen Fachgeschäften und grossen Detailhändlern entscheidend: «Es braucht die Fachgeschäfte im Einzelhandel genauso wie die grossen Detailhändler, um Amriswil attraktiv zu machen», sagt Peter Zweifel. Diese Zusammenarbeit ist in Amriswil vorhanden. «Die Kommunikation ist gegeben. So wird beispielsweise das Datum für den Sonntagsverkauf jeweils untereinander abgesprochen», betont Mettler-Baumer.
Wie funktioniert die Zusammenarbeit innerhalb von «Amriswil Shopping Plus» konkret? «Jedes Unternehmen veröffentlicht innerhalb eines Jahres fünf Beiträge auf Facebook und Instagram», verrät Peter Zweifel. Welchen Inhalt die jeweiligen Geschäfte veröffentlichen möchten, steht jedem frei. «Es können Videos, Fotos oder Texte sein. Solange die Beiträge den Richtlinien der Plattformen entsprechen und qualitativ überzeugen, gebe ich keine Einschränkungen vor», sagt er weiter. Für den digitalen Auftritt wurde eine externe Fachperson engagiert. «Wir haben einen Profi, der uns das Material der einzelnen Unternehmen aufbereitet und somit für einen einheitlichen Look sorgt», so Angela Mettler-Baumer. Insgesamt sind im ersten Jahr 50 Beiträge geplant. Die Reihenfolge der Beiträge ist bereits fest eingeplant: «Diese losten wir in meinem Büro aus», verrät Zweifel schmunzelnd. Der erste Beitrag ging bereits vor zwei Tagen online.
Mit den beiden Plattformen Facebook und Instagram, so Mettler-Baumer und Zweifel, wird der grösste Teil der Kundschaft abgedeckt. «Im ersten Jahr werden wir die Beiträge finanziell bewerben, um mehr Reichweite zu generieren. Danach sollte das Projekt genügend Reichweite aufgebaut haben, um ohne zusätzliche Werbung auszukommen», sagt Peter Zweifel. Die Frage, ob TikTok eine weitere Möglichkeit zur Sichtbarkeit sei, lassen die beiden schmunzelnd offen. «Man weiss nie, was noch kommt.»