Sobald Böschungen gemäht, Material transportiert oder Schnee geräumt werden muss, ist der Werkhof auf zuverlässige Fahrzeuge angewiesen. Deshalb ersetzt die Stadt Amriswil ihren in die Jahre gekommenen Traktor, einen John Deere 3720. Bereits in der Sitzung vom 16. Juni beauftragte der Stadtrat die Bauverwaltung, vor dem Beschaffungsentscheid eine vergleichbare Elektrovariante zu prüfen.
Erfahrungswerte fehlen
Die Bauverwaltung führte die nötigen Abklärungen in Zusammenarbeit mit dem Anbieter durch. Verglichen wurden Diesel- und Elektrofahrzeuge der Marke Fendt. Die Prüfung zeigte, dass es bei Werkhöfen und Gemeinden keine vergleichbaren Einsätze mit Elektrotraktoren gibt. Die Einsatzdauer ist neben dem Gewicht ein wesentlicher Nachteil solcher Elektromodelle: «Die Betriebszeit eines Elektrotraktors liegt zwischen vier und sieben Stunden.» Insbesondere bei längeren Winterdiensteinsätzen, bei tiefen Temperaturen, kann dies zu betrieblichen Einschränkungen führen und stellt somit ein Risiko dar. Zudem beträgt die Ladezeit mit den zur Verfügung stehenden 20 Kilowatt rund fünf Stunden. Eine kurzfristige Wiederaufnahme während eines laufenden Winterdienstes ist somit unmöglich. Mit einem Betrag von rund 220’000 Franken ist die Elektrovariante mehr als doppelt so teuer wie ein Dieseltraktor.
Dieseltraktor erhält den Zuschlag
Das Modell mit Dieselmotor der Marke Fendt ist mit rund 84’500 Franken nicht nur preiswerter, sondern entspricht auch den Anforderungen des Werkhofs: «Der Fendt 207 F Vario Gen3 erfüllt unsere Ansprüche hinsichtlich Leistung, Vielseitigkeit, Bedienkomfort und Wirtschaftlichkeit.» Die Anschaffungskosten liegen zudem innerhalb des im Budget 2026 vorgesehenen Kredits. Der Stadtrat vergab deshalb in seiner Sitzung vom 30. Juni den Auftrag für die Lieferung des Traktors der Marke Fendt an die Jakob Hofer AG in Oberaach. Der bisherige John Deere 3720 wird damit durch den neuen Fendt 207 F Vario Gen3 ersetzt. Dieser wird künftig für Mäharbeiten, Materialtransporte und den Winterdienst eingesetzt.