Das Pflegepersonal ist da, wenn es jemandem schlecht geht, und gibt sein Bestes, damit die Person rasch wieder auf den Beinen ist. Während der Corona-Pandemie rückte die Arbeit zwar stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit, die angespannte Situation in der Pflege besteht jedoch seit Jahren. Auf den Applaus folgte rasch die Erkenntnis, dass tiefgreifende strukturelle Probleme bestehen. Auch die 2021 angenommene Pflegeinitiative konnte den Fachkräftemangel bislang nicht beseitigen. Diesem Mangel wollen nun zwölf Institutionen aus der Region entgegenwirken. Dem Ausbildungsverbund gehören zwölf Alters- und Pflegeinstitutionen aus Amriswil, Arbon, Romanshorn, Erlen, Bischofszell, Sulgen, Schönenberg und Horn an.
Gemeinsam für die Pflege von morgen
«Nur gemeinsam können wir den Fachkräftenachwuchs sichern», betont Dominique Nobel, Leiter des Alters- und Pflegezentrums Amriswil und Gründungsmitglied des AV-OTG. «Mit dem Zusammenschluss haben wir nun die Möglichkeit, unsere Kompetenzen, Erfahrungen und Ressourcen in der Ausbildung von Pflegefachpersonen auf Stufe höhere Fachschule zu bündeln und weiterzuentwickeln.» Der neu gegründete Verbund verfolgt das Ziel, die Attraktivität sowie die Qualität der Ausbildungen im Pflegebereich nachhaltig zu stärken. «Gemeinsam schaffen wir Möglichkeiten, Ausbildungsplätze gezielt auszubauen, innovative Ausbildungsmodelle zu entwickeln und angehende Pflegefachpersonen auf die Herausforderungen in der Langzeitpflege und im Gesundheitswesen vorzubereiten», sagt Nobel. Durch die Bündelung der Kräfte können vorhandene Potenziale besser genutzt und Synergien geschaffen werden. «Wir möchten uns gemeinsam für die Pflege von morgen einsetzen», sind sich die Gründungsmitglieder einig.
Ein Netzwerk für das Gesundheitswesen
Doch der AV-OTG möchte seine Kräfte nicht nur in die Pflegeausbildung stecken, sondern als verlässlicher Partner für weitere Kooperationen innerhalb des Gesundheitswesens wahrgenommen werden. «Wir setzen künftig verstärkt auf die Zusammenarbeit zwischen Gesundheitsdienstleistern, Bildungseinrichtungen sowie Partnerorganisationen», betont Dominique Nobel. Es sollen Lösungen für die Herausforderungen im Gesundheitswesen entwickelt werden. «Mit der Gründung setzen wir ein starkes Zeichen für die regionale Zusammenarbeit und für die langfristige Sicherung qualifizierter Pflegefachpersonen.»
Jetzt geht die Arbeit los
Nach dem Startschuss am vergangenen Dienstag im APZ steht als Nächstes die Anstellung des Oberthurgauer Bildungsverantwortlichen bevor. «Sie wird sich dann den operativen Geschäften widmen», so Nobel. «Die Ausbildung qualifizierter Pflegefachpersonen ist eine gesellschaftliche Aufgabe, die weit über die einzelnen Institutionen hinausgeht», sind sich die Gründungsmitglieder einig. Der Ausbildungsverbund ist deshalb für Spenden und Förderbeiträge offen. «Jede Unterstützung trägt dazu bei, die Pflegeausbildung nachhaltig zu stärken und Fachkräfte für die Zukunft zu gewinnen.» Damit wollen die beteiligten Institutionen den Worten der Wertschätzung für die Pflege langfristig konkrete Massnahmen folgen lassen.
Die Gründungs-Pflegeinstitutionen
Alters- und Pflegezentrum Amriswil, Alters- und Pflegeheim National, Arbon, Genossenschaft Alters- und Pflegeheim, Haus Holzenstein, Romanshorn, Alters- und Pflegeheim Schloss Eppishausen, Erlen, Bellevue, Arbon, Regionales Pflegeheim Romanshorn, Sattelbogen, Bischofszell, Seevida, Arbon, Seniorenzentrum Sulgen, Seniorenzentrum Weitenau, Schönenberg, Seniorenzentrum Horn und Sonnhalden, Arbon