Es ist jeweils das erste Mal in der Saison, dass sich alle Schauspielerinnen und Schauspieler sowie Bühnenbildner, Dramaturgie, Regie, Maske, Kostüm, etc. der Schlossfestspiele persönlich treffen – die Rede ist vom Konzeptionsgespräch. Dieses fand am vergangenen Samstagvormittag im Schloss Hagenwil statt.
Eine Bühne, zwei Perspektiven
Traditionell wird im Rahmen dieses Treffens auch das Modell des Bühnenbildes präsentiert. Eines der Highlights für alle Beteiligten. Die Bühne der Schlossfestspiele wird auch heuer wieder von Peter Affentranger gestaltet. Sie zeigt dieses mal eine vereinfachte Darstellung der H.H. Häberli Schokoladenfabrik Thurgau, Rexers Interpretation der Originalfabrik in Molières «Der Geizige». Die besondere Herausforderung für die Bühnenbauer sind wie immer nicht nur die Gegebenheiten des Wasserschlosses, sondern auch, dass die Bühne von zwei Seiten betrachtet wird und somit aus zwei Perspektiven gleichermassen funktionieren muss. Um die Stimmung einer vordergründig top in Schuss gehaltenen, aber eigentlich etwas in die Jahre gekommenen Fabrik zu vermitteln, wird mit einem rostig scheinenden Hintergrund gearbeitet, während das Logo in elegant geschwungener Schriftart im Vordergrund glänzt.
Das Stück
Der geizige Witwer Harpagon hat zwei erwachsene Kinder. Elise und Cléanthe leiden unter dem Sparwahn ihres Vaters und sind verliebt: Elise in Valère, der für ihren Vater arbeitet, Cléanthe in die Nachbarin Marianne. Die Paare brauchen Geld, um ihre Hochzeiten zu bezahlen und das gemeinsame Leben zu beginnen. Zögerlich gehen Elise und Cléanthe auf ihren Vater zu, um ihn um Unterstützung zu bitten. Doch Harpagon hat andere Sorgen. Er hat im Garten eine Geldkassette vergraben und hat nun Angst, dass diese gestohlen werden könnte. Gleichzeitig hat er selbst Pläne geschmiedet: Wenn Elise den reichen Kaufmann Anselme heiratet und Cléanthe eine vermögende Witwe, dann könnte Harpagon die mittellose Marianne zur Frau nehmen. Elise und Cléanthe beschliessen, sich zum ersten Mal gegen ihren Vater zu wehren und beginnen, sich Intrigen auszudenken, die immer komplizierter und verwickelter werden.
Die Rollen
Die Hauptrolle, der Geizige, wird von Bruno Riedl gemimt. Riedl lebt und arbeitet seit 1988 in St. Gallen und war fester Bestandteil des Ensembles am Theater St. Gallen. Engagements haben ihn auf die Bühnen in Klagenfurt, Graz, Wien und Stuttgart geführt. Im Sommer 2025 war er erstmals auf der Hagenwiler Bühne als Richard Hannay in «Die 39 Stufen» zu sehen. Diesen Sommer kehrt er als «Der Geizige» auf die Schlossbühne zurück. Riedls Bühnensohn, Cléanthe, wird von Christoph Heusser verkörpert. Er bringt bereits umfangreiche Bühnenerfahrung mit und war in mehreren Freilichtproduktionen beim Freilichtspiel Kleinandelfingen zu sehen, unter anderem in «Romeo und Julia auf dem Sofa» und «Wilhelm Tell, die halbe Wahrheit», trat auf Tourneen mit dem Hof-Theater auf und spielte zudem in Solostücken wie «Music Makes People». Zudem sammelte er Erfahrung auf offenen Bühnen, bei Filmproduktionen und in Werbungen. Heusser ist in der Saison 2026 zum ersten Mal bei den Schlossfestspielen dabei. Elise, die Tochter vom Geizigen, wird von Anja Brühlmann gespielt. Für Erwachsene spielte sie unter anderem in der Komödie «Willhelm Tell – Die halbe Wahrheit» sowie in der politischen Posse «Die Remise» mit. Seit Herbst 2022 ist Anja Ensemblemitglied von Florian Rexers Dinnerevents. Ebenfalls unter Florian Rexers Regie spielte sie 2023 Esmeralda im «Glöckner von Notre Dame». Neben Amriswil aufgewachsen, freut sie sich nun besonders, bei den Schlossfestspielen Hagenwil mitwirken zu können. Erstmals stand sie im Märchenklassiker «Prinzessin auf der Erbse» auf der Bühne und in dieser Saison ist sie erstmals im Erwachsenenstück zu sehen. Als Schlossfestspiele-Urgestein steht Mischa Löwenberg auch diesen Sommer wieder auf der Hagenwiler Bühne. Er schlüpft in die Rolle des Valère, Elises Liebhaber. Daneben ist der Schweizer als freier Schauspieler und Sprecher unterwegs und widmet sich vermehrt dem Kinder- und Jugendtheater. Bei den Schlossfestspielen war er unter anderem als Hercule Poirot in Agatha Christies «Mord im Orientexpress», als Hänsel im Märchenklassiker «Hänsel und Gretel» oder in «Prinzessin auf der Erbse» als König Auguscht zu sehen. Seit den Anfängen der Schlossfestspiele ist auch Bigna Körner eine feste Grösse in Hagenwil. Sie mimt heuer Marianne, die Geliebte des Sohnes Cléanthe. Neben ihr ist auch Mary Santella seit den Anfängen dabei und darf dieses Jahr der Gelegenheitsmacherin und Heiratsvermittlerin Frosin ihren Körper und ihre Stimme leihen. Zum ersten Mal auf der Schlossbühne wird hingegen Erwin Hitz stehen, der die Rolle des Dieners übernehmen und unter anderem auf einem Velo strampelnd für genügend Strom in der Schokoladenfabrik sorgen muss.
Premiere feiert das Stück am Mittwoch, 5. August. Danach gibt es Vorstellungen bis am 5. September. Tickets und weitere Infos gibt es unter schlossfestspiele-hagenwil.chExterner Link wird in einem neuen Fenster geöffnet..