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Damit Amriswil für den nächsten Regen gerüstet ist – der GEP blickt voraus

24. September 2026
Wo Regenwasser abfliesst, Kanäle an ihre Grenzen kommen und Leitungen saniert werden müssen, kommt der Generelle Entwässerungsplan (GEP) ins Spiel. Marcel Eigenmann, Leiter Tiefbau, Verkehr und Umwelt der Stadt Amriswil, erklärt, was dahintersteckt und wie Amriswil für die Zukunft gerüstet wird.

Was genau ist ein Genereller Entwässerungsplan (GEP) und weshalb braucht ihn die Stadt Amriswil?
Der GEP ist das zentrale Planungsinstrument für die Siedlungsentwässerung. Er zeigt, wie Schmutz- und Regenwasser abgeleitet werden, wo Handlungsbedarf besteht und welche Massnahmen langfristig nötig sind. So kann die Stadt ihre Investitionen gezielt planen.

Was passiert mit dem Regenwasser, wenn es in Amriswil auf eine Strasse oder ein Grundstück fällt?
Sauberes Regenwasser soll möglichst vor Ort versickern, zurückgehalten oder über eine separate Leitung einem Gewässer zugeführt werden. Stärker belastetes Wasser wird je nach Situation behandelt oder zur ARA geleitet. In älteren Gebieten bestehen noch Mischsysteme.

Wie gut ist das Entwässerungssystem von Amriswil auf Starkregen ausgelegt?
Das Kanalnetz ist auf die üblichen Mengen Bemessungsregen ausgelegt. Bei aussergewöhnlich heftigen Niederschlägen kann es jedoch an seine Grenzen kommen. Der GEP zeigt auf, wo Engpässe und gefährdete Bereiche liegen und wohin Wasser bei einer Überlastung abfliesst.

Wie steht es um den Zustand des Amriswiler Kanalnetzes?
Das Kanalnetz befindet sich insgesamt in einem guten Zustand. Da es über Jahrzehnte gewachsen ist, gibt es jedoch auch Leitungen mit Sanierungsbedarf. Der Zustand wird unter anderem mit Kanalfernsehaufnahmen kontrolliert.

Wie wird entschieden, welche Kanäle saniert werden müssen?
Beurteilt werden der bauliche Zustand, die hydraulische Leistungsfähigkeit, die Bedeutung der Leitung und mögliche Umweltauswirkungen. Daraus entsteht eine Prioritätenliste. Nach Möglichkeit werden Sanierungen mit anderen Bauprojekten koordiniert.

Was bedeutet Gewässerschutz im Zusammenhang mit dem GEP konkret für Amriswil?
Verschmutztes Abwasser soll zuverlässig gesammelt und gereinigt werden. Gleichzeitig soll sauberes Wasser nicht unnötig durch die Kanalisation und die ARA geführt werden. So werden Bäche, Grundwasser und der Bodensee geschützt.

Welche Auswirkungen hat die zukünftige Siedlungsentwicklung auf die Entwässerung?
Neue Gebäude und versiegelte Flächen führen zu mehr Schmutz- und Regenwasser. Deshalb muss die Entwässerung bereits bei neuen Quartieren berücksichtigt werden. Versickerungsflächen, begrünte Dächer und Rückhalteanlagen können das Kanalnetz entlasten.

Welche Massnahmen stehen für Amriswil in den nächsten Jahren im Vordergrund?
Im Vordergrund stehen Kanalsanierungen, die Behebung hydraulischer Engpässe und eine bessere Regenwasserbewirtschaftung. Die Massnahmen werden nach Dringlichkeit und Wirtschaftlichkeit etappiert und in die Finanzplanung aufgenommen.

Wie gut ist Amriswil für die Herausforderungen durch Starkregen und die weitere Siedlungsentwicklung gerüstet?
Mit dem GEP verfügt Amriswil über eine gute Planungsgrundlage. Die notwendigen Investitionen können langfristig geplant und schrittweise umgesetzt werden. Absolute Sicherheit vor Schäden bei extremen Niederschlägen gibt es jedoch nicht. 

Regenwasser sucht sich seinen Weg.
Regenwasser sucht sich seinen Weg.
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