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Damit Amriswil grün bleibt

6. August 2026
Die anhaltende Hitze und die Wasserknappheit setzten den Grünflächen in Amriswil zu. Damit Bäume, Stauden und Rabatten die Trockenheit überstehen, setzt die Stadt auf eine gezielte Bewässerung – allerdings nicht mit Trinkwasser.

Die Sonne brennt vom Himmel, das Thermometer zeigt weit über 30 Grad. Die Hitzewelle setzt auch den Grünflächen in Amriswil zu.

Grünflächen unter Dauerstress

«Die städtischen Grünflächen, Rabatten, Strassenbegleitgrün sowie Bäume stehen aufgrund der anhaltenden Trockenheit und Hitze unter enormem Stress», weiss Stadtgärtnerin Mireille Hallauer. Vor allem Bepflanzungen zwischen Asphalt und Beton leiden unter den extremen Bedingungen. «Nachts können sich die Bäume kaum erholen. Hinzu kommt die Beanspruchung durch Mensch und Tier», sagt Hallauer. Einige Bäume, ist sich die Stadtgärtnerin sicher, erleiden irreparable Schäden: «Sichtbar wird dies erst in den kommenden Jahren.» Mireille Hallauer und ihr Gärtnerteam geben täglich ihr Bestes, um den Schaden so gering wie möglich zu halten. «Aus gärtnerischer Sicht haben die Pflanzen, Bäume und Stauden das Recht, dass wir uns um sie kümmern und sie giessen. Denn am Ende sind sie es, die uns Schatten spenden und die Umgebung kühlen», betont sie.

Kein Trinkwasser für die Bewässerung

«Ein verantwortungsvoller Umgang mit Wasser bedeutet, nicht grundsätzlich auf Bewässerung zu verzichten. Vielmehr kommt es darauf an, woher das Wasser stammt und wofür es eingesetzt wird», sagt Tiefbauleiter Marcel Eigenmann. Bei der Bewässerung der städtischen Parkanlagen und Bepflanzungen, betont er, handelt es sich ausdrücklich nicht um Trinkwasser. Pro Bewässerung werden dafür rund 15 m3 Wasser täglich eingesetzt. «Diese Menge entspricht, auf die Amriswiler Bevölkerung umgerechnet, etwa einem Liter pro Person», weiss Eigenmann. Das ist die Wassermenge, die durchschnittlich beim Zähneputzen verbraucht wird. Bei der notwendigen Bewässerung gibt es allerdings einen entscheidenden Unterschied: «Das von der Stadtgärtnerei eingesetzte Wasser hat zum Zeitpunkt der Bewässerung bereits einen ähnlichen Zweck wie das Zähneputzen erfüllt.» Nach der Nutzung durch die Bevölkerung wird das Wasser in der Abwasserreinigungsanlage gesäubert und unmittelbar vor der Einleitung in die Aach für die Bewässerung der städtischen Grünflächen verwendet. 

Bewässern statt ersetzen

Auf die Bewässerung zu verzichten, so Eigenmann, wäre weder ökologisch noch wirtschaftlich sinnvoll. «Würden die Pflanzen aufgrund der Trockenheit absterben, müssten auf Kosten der Allgemeinheit diese ersetzt werden.» Mireille Hallauer stimmt zu: «Neupflanzungen benötigen während der Anwachsphase deutlich mehr Wasser.» So lassen sich Trinkwasser schonen, vorhandene Ressourcen sinnvoll nutzen und gleichzeitig unnötige Folgekosten vermeiden. 

Die neu bepflanzte Rabatte an der Wuhrstrasse benötigt während der Anwachsphase deutlich mehr Wasser.
Die neu bepflanzte Rabatte an der Wuhrstrasse benötigt während der Anwachsphase deutlich mehr Wasser.
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