«Von Naturkatastrophen oder tragischen Ereignissen grösseren Ausmasses blieb unsere Gemeinde glücklicherweise verschont», sagte Stadtpräsident Gabriel Macedo gestern Abend an der Rechnungspräsentation vor den Partei- und Pressevertretern. Zwar stehe auch Amriswil immer wieder vor Herausforderungen, im Vergleich zu anderen Gemeinden seien diese jedoch lösbar. So seien auch die Finanzen der Stadt von negativen Überraschungen verschont geblieben. «Die Jahresrechnung 2025 sieht einen erfreulichen Ertragsüberschuss in der Höhe von 2,1 Millionen Franken vor», fasst Macedo zusammen. Die Jahresrechnung fiel deutlich besser aus als budgetiert. Denn diese prognostizierte einen Aufwandüberschuss von 495'000 Franken. Somit ist das Ergebnis rund 2,6 Millionen Franken besser als erwartet.
Ursachen für den Überschuss
«Zu diesem guten Resultat beigetragen haben unter anderem einmal mehr höhere Einnahmen aus dem kantonalen Finanzausgleich», erklärt Gabriel Macedo. Diese Gelder nehme die Stadtkasse zwar gerne entgegen, viel schöner wäre es aber, wenn dieser Ausgleich Jahr für Jahr kleiner würde. Dies wäre der Fall, wenn die Steuerkraft in Amriswil stärker als der kantonale Durchschnitt ansteigen würde. Das ist nach wie vor nicht der Fall. Weitere Gründe für den Ertragsüberschuss sind die direkten Steuern von natürlichen und juristischen Personen, Mehrerträge aus Entschädigungen des Gemeindewesens und aus Baubewilligungen und Gebühren sowie ein Mehraufwand von Nettofürsorgeaufwendungen.
Investitionen deutlich über Vorjahresniveau
Amriswil investierte im Jahr 2025 netto rund 5,8 Millionen Franken in ihre Infrastruktur. Deutlich mehr als noch im Vorjahr. Der Hauptinvestitionsgrund betraf den Neubau des Bushofes mit rund 2,8 Millionen Franken. Weitere Ausgaben wurden für das Stadthaus, die Feuerwehr, die Sportanlagen, das Alters- und Pflegezentrum, die Kantonsstrassen sowie die Gemeindestrassen und für die Gewässerverbauungen getätigt.
Mehr Einnahmen, weniger Schulden
Insgesamt nahm die Stadt Amriswil im vergangenen Jahr rund 19,2 Millionen Franken an Steuergeldern ein. Damit schliesst die Rechnung über dem Budget ab. Von natürlichen Personen gingen rund 13,9 Millionen Franken und von juristischen Personen rund 1,2 Millionen Franken ein. Hinzu kommen Abschreibungen, Liegenschaftssteuern, Grundstückgewinnsteuern sowie Alkohol- und Wirtenpatente. Weiter zeigt sich, dass die Tilgung der Fremddarlehen planmässig voranschreitet. Somit weist das Fremdkapital per Ende 2025 rund 80 Millionen Franken aus. Dabei sinkt die Nettoschuld unter anderem aufgrund von höheren Einwohnerzahlen. Es wird eine Nettoschuld von unter 1000 Franken pro Einwohner angestrebt.
Alters- und Pflegezentrum
Das Alters- und Pflegezentrum prägte neben personellen Veränderungen im Pflegekader auch die Einweihung des Neubaus. Trotz leicht angespannter Personalsituation beim Fachpersonal Pflege verbesserte das APZ seinen Rechnungsabschluss gegenüber den Vorjahren und schrieb einen Verlust von 70'427,55 Franken. 50 Eintritte für Daueraufenthalte sowie 29 Kurzaufenthalter konnte das APZ im 2025 bei sich aufnehmen. Ein Trend, der sich voraussichtlich weiter fortsetzen wird.
Alterswohnungen
Mit einem Gewinn von 24'576,64 Franken schloss die Rechnung der Alterswohnungen ab. Erstmals sind auch die 30 Alterswohnungen an der Alleestrasse enthalten. So waren per Ende Dezember 2025 fast alle, nämlich 94 von insgesamt 97 Wohnungen, vermietet.
Ein Ja für die Stadt Amriswil
Der Stadtrat hat die Jahresrechnung in zwei Sitzungen im Februar und März beraten und ist überzeugt, dass nach wie vor eine positive Finanzlage vorliegt und ausreichend Eigenkapital vorhanden ist, um Aufwandsüberschüsse auffangen zu können. Der Stadtrat empfiehlt, die Jahresrechnung 2025 an der Urnenabstimmung vom 14. Juni anzunehmen.