Grundlage der BOS-Strategie ist die E-Bus-Strategie der Ostschweizer Kantone mit dem Ziel der vollständigen Elektrifizierung der Regionalverkehrsflotte bis etwa 2038. Neue Fahrzeuge für den Regionalverkehr werden demnach nur noch als E-Busse beschafft, bestehende Dieselbusse werden bis zum Ende ihrer Abschreibungsdauer eingesetzt und dann nach und nach ersetzt. Aktuell sind bei der BUS Ostschweiz bereits 22 E-Busse im Einsatz, weitere elf Fahrzeuge sind beim Hersteller Solaris bestellt. Die Elektrifizierung erfolgt depotweise und wird dort priorisiert, wo die infrastrukturellen Voraussetzungen, insbesondere die Stromverfügbarkeit, gegeben sind. So zum Beispiel in Amriswil.
Amriswil als Vorreiter im Oberthurgau
Im Raum Amriswil sind seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2025 fünf E-Busse im Einsatz. Die Fahrzeuge haben sich im täglichen Betrieb als zuverlässig erwiesen und sind bei den Fahrgästen sehr beliebt. Ab Dezember 2027 sollen im Rahmen der neu ausgeschriebenen Linien im Kanton Thurgau insgesamt zwölf E-Busse eingesetzt werden. Damit könnten rund 90 Prozent aller Linienkilometer in der Region elektrisch betrieben werden. Der Betriebshof Amriswil ist bereits heute auf diese Entwicklung vorbereitet. Mit dem abgeschlossenen Umbau und der Erweiterung des Depots wurden die notwendigen Grundlagen für eine weitere Elektrifizierung und die langfristige Dekarbonisierung des Busverkehrs geschaffen. Das Depot verfügt künftig über insgesamt 19 E-Bus-Stellplätze mit Ladepunkten von bis zu 180 kW Leistung. Sechs neue, überdachte Stellplätze sind durch den Erweiterungsbau entstanden, neun befinden sich im bestehenden Depot und vier weitere werden durch eine effiziente Doppelnutzung in der Halle des Strassenverkehrsamtes ermöglicht. Zur nachhaltigen Energieversorgung trägt eine Photovoltaikanlage bei. Zusätzlich nutzt die BUS Ostschweiz die Abwärme der Ladegeräte zur Erwärmung der Bushallen. Eine eigene Trafostation stellt aktuell 1,25 MW Leistung zur Verfügung und kann bei Bedarf auf 2,5 MW ausgebaut werden.