Der Friedhof – ein Ort der Ruhe, der Trauer, ein Ort des Abschiednehmens, aber auch ein Ort der Begegnungen, neuen Bekanntschaften, ein Ort der Gedanken, des Abschaltens und ein Ort des Friedens. Jörg Schweizer war knapp 40 Jahre lang Herr der Amriswiler Friedhöfe. Nun wird er pensioniert. Grund genug, um zurückzublicken auf vier Jahrzehnte voller Einsatz für einen Ort, der bei vielen noch immer für gemischte Gefühle sorgt.
Alle von eigener Hand begraben
In all dieser Zeit hat Schweizer hunderte von Geschichten erlebt, unzählige Menschen beerdigt und viele Trauerfamilien mit Rat und Tat begleitet. Da auf den Friedhöfen die Gräber alle 25 Jahre bzw. heute 20 Jahre geräumt werden, wurden all jene, die aktuell auf dem Friedhof ihre letzte Ruhe finden, von Jörg Schweizer begraben. In unzähligen Stunden hat er mit voller Hingabe dafür gesorgt, dass die Friedhöfe stets bestens gepflegt und die Gräber schön bepflanzt sind. Fast könnte man sagen, die Friedhöfe waren Schweizers zweites Zuhause. Entsprechend fällt ihm der Abschied nun auch nicht leicht. Aber er ist sich sicher, dass mit Jonas Pauli jemand gefunden wurde, der mit genauso viel Herzblut und Engagement dafür sorgen wird, dass sich die Friedhöfe weiterhin entwickeln und als Ort der Begegnung und der Gespräche auch künftig gerne besucht werden.
Organisatorische Umstellung
Seit dem 1. Juli ist mit Jonas Pauli nun ein neues Gesicht auf dem Friedhof anzutreffen. Er wird aktuell von Jörg Schweizer eingearbeitet. Jonas Pauli war bis vor Kurzem als Friedhofsgärtner bei der Stadt St. Gallen tätig und bringt somit viel Erfahrung mit. Gleichzeitig mit dem Personalwechsel gibt es auch eine organisatorische Veränderung. Denn anders als Schweizer, wird Pauli nicht mehr der Friedhofverwaltung unterstellt sein, sondern ist direkt dem Werkhof angegliedert. Dies ermöglicht den regelmässigen Austausch mit dem Werkhofpersonal sowie die gegenseitige Aushilfe bei Bedarf. Denn während Jörg Schweizer noch einen Angestellten als helfende Hand auf dem Friedhof zur Seite hatte, wird Pauli ab Ende August vorwiegend alleine arbeiten. Das sei je nach Saison auch kein Problem. Nimmt die Arbeit zum Beispiel im Frühling dann eher zu, könnte jemand vom Werkhof einspringen, um ihn zu unterstützen. Andererseits könnte so auch Pauli dem Werkhofteam beispielsweise bei Winterdiensten etc. zur Hand gehen. Zudem wird Jonas Pauli auch die Infrastruktur des Werkhofs und die dort vorhandenen Arbeitsmittel nutzen können. Im Zusammenhang mit Bestattungen und Entscheiden der Friedhofkommission wird er selbstverständlich auch Weisungen der Friedhofvorsteherin erhalten.
Unterhalt und Begleitung der Familien
Ganz verschwinden wird Jörg Schweizer aber nicht von den hiesigen Friedhöfen. Da er neben seiner Anstellung bei der Stadtverwaltung nebenbei auch als selbstständiger Gärtner gearbeitet hat, wird er einige Gräber auch weiterhin betreuen und pflegen. Für die Trauerfamilien wird sich durch die Übernahme von Jonas Pauli im Übrigen nichts ändern. Er wird demnach die Unterhaltsarbeiten der Friedhöfe Amriswil, Hagenwil und Oberaach übernehmen. Zudem wird er die Begleitungen der Trauerfamilien sowie die Beisetzungen auf dem Friedhof machen. Die restlichen Arbeiten rund um die Bestattung wie die Waschung, das Einsargen, die Abholung, etc. wird künftig gänzlich durch die Firma Thalmann Bestattungsdienste unternommen. Während Jörg Schweizer bei diesen Arbeiten jeweils noch als Selbständiger mitgeholfen hat, wird Jonas Pauli lediglich die Aufgaben auf den Friedhöfen ausführen.
Grabbepflanzungen durch Gärtnereien
Alle Grabunterhaltsverträge, welche mit der Stadt Amriswil vereinbart wurden, hat bislang Jörg Schweizer als Kleinunternehmer im Auftrag der Stadt ausgeführt. Diese werden künftig in Hagenwil und Amriswil von der Urs Keller Gärtnerei + Floristik und in Oberaach von der Otto Keller Gartenbau AG übernommen. Auch hier wird sich für die Kundinnen und Kunden nichts ändern.