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Amriswil will ein Label für den fairen Handel

23. Januar 2020
Die Stadt Amriswil soll die erste «Fair Trade Town» im Thurgau werden. Das hat der Stadtrat am Dienstag beschlossen.

Seit einiger Zeit befasst sich eine Arbeitsgruppe der Kommission für Energie, Natur und Umwelt (KENU) mit der Kampagne «Fair Trade Town». Ziel der Auszeichnung und der diversen Aktivitäten ist es, fair produzierte Produkte bekannt zu machen und regelmässig darüber zu sprechen. Die Arbeitsgruppe setzt sich bisher ehrenamtlich für die Kampagne ein und hat bereits diverse Veranstaltungen durchgeführt.

Fünf Kriterien sind zu erfüllen
Mit der vom Bund entwickelten «Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung» werden die Gemeinden in die Pflicht genommen, sich in Sachen nachhaltiger Entwicklung aktiv zu beteiligen. Mit dem Fair-Trade-Label käme man dieser Verpflichtung teilweise nach. Bisher wurden die Städte Bellinzona, Bern, Burgdorf, Capriasca, Carouge, Fribourg, Frutigen, Glarus Nord, Gossau SG, Renens und Zweisimmen mit dem Label ausgezeichnet.
Damit das überhaupt gelingt, sind fünf Kriterien zu erfüllen. So soll sich die Stadt zum fairen Handel bekennen, eine Arbeitsgruppe für die Koordination des Fair-Trade-Engagements gründen und mindestens sechs Detailhandels- und Gastro-
nomiebetriebe, aber auch Unternehmen und Institutionen für ein Fair-Trade-Produktangebot gewinnen. Ein weiterer Fokus liegt auf der Öffentlichkeitsarbeit, um der Bevölkerung den fairen Handel und dessen Bedeutung näherzubringen.
Die Mehrheit der genannten Kriterien werden in Amriswil bereits erfüllt. Mit der Zertifizierung «Fair Trade Town» wäre die Stadt aber die erste im Kanton, die das Label trägt – eine Plattform, die das Engagement im Gewerbe, in der Verwaltung, in der Bildung und der Gastronomie sichtbar machen würde.

Neubeurteilung in drei Jahren
In seiner Sitzung vom Dienstag, 21. Januar, hat der Stadtrat beschlossen, das Label «Fair Trade Town» vorerst befristet auf drei Jahre anzustreben. Nach Ablauf dieser drei Jahre ist durch die KENU eine Neubeurteilung vorzunehmen und im Stadtrat über eine weitere Teilnahme an der Zertifizierung zu entscheiden. Die Stadt Amriswil beteiligt sich finanziell an den Kosten für die jährliche Zertifizierung und den Zertifizierungsanlass (ca. 2500 Franken) und nimmt die Mehrkosten für die Produkte aus fairem Handel in Kauf. Die Weiterbearbeitung für die Zertifizierung, die Organisation von Veranstaltungen und die Administration obliegt der Arbeitsgruppe. Für den Zertifizierungsanlass bietet die Stadt Amriswil Unterstützung bei der Organisation.

«Fair Trade Towns» sollen auch in der Verwaltung mindestens drei Produkte aus fairem Handel einsetzen. Naheliegend sind natürlich Kaffee und Früchte.«Fair Trade Towns» sollen auch in der Verwaltung mindestens drei Produkte aus fairem Handel einsetzen. Naheliegend sind natürlich Kaffee und Früchte. (Bild: Adobe Stock)