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In wenigen Tagen ist vom Eisfeld nichts mehr übrig

9. Januar 2020
Nach eineinhalb Monaten endete letzten Sonntag die sechste Amriswiler Eiszeit. Mit den Besucherzahlen ist das OK äusserst zufrieden – auch wenn der Regen manchen Events einen Strich durch die Rechnung gemacht hat.

Betrieb gab es auf dem Eisfeld bis vor knapp drei Wochen schon am Vormittag. Schulklassen übten sich im Schlittschuhlaufen, und das jeden Tag unter der Woche. 1500 Schülerinnen und Schüler waren es, die «Amriswil on Ice» mit ihren Lehrpersonen nutzten – und wohl auch ab und zu in der Freizeit ihre Runden auf dem Eis drehten. 

Denn die Zahlen sprechen für sich. Über 20'000 Personen waren zwischen dem 22. November 2019 und dem 5. Januar 2020 auf dem Eis im Zentrum unterwegs. Die 280 Paar Schlittschuhe, die in der Vermietung bereit standen, waren bei knapp 10'000 Ausleihen je 30 bis 35 Mal an den Füssen von Hobby-Sportlern. Mit den Gästen rund ums Eisfeld oder im Restaurant «Eisbrecher» sollen es gemäss OK noch einmal gut 30'000 Besucher gewesen sein. Das entspricht insgesamt 50'000 Personen, die während etwas mehr als sechs Wochen in der Eisarena zu Gast waren. «Zum Gelingen beigetragen hat sicher die spektakuläre Eröffnung. Ausserdem bildeten die beiden Märkte im November und Dezember mit dem Angebot der Eisarena willkommene Synergien», sagt OK-Präsident Karl Spiess.
Synergien sind auch entstanden, weil das Restaurant «Eisbrecher» und die Bar dieses Jahr von einem einzigen Gastrobetrieb (Landgasthof Seelust, Egnach) geführt wurden. Da es anstelle von Plastikbechern erstmals Gläser für den Glühwein gab, hat sich der Abfall im Vergleich zum Vorjahr auf einen Drittel reduziert. Ausserdem wurde heuer mit Biogas geheizt und Thurgauer Naturstrom verwendet.

Augenmerk auf die Werbung
Obschon das OK in der sechsten Ausgabe wieder zahlreiche Optimierungen umgesetzt hat und äusserst zufrieden ist mit der Auslastung, sieht es bereits neues Verbesserungspotenzial für die Ausgabe 2021. «Über 100 Gruppen haben das Feld fürs Eisstockschiessen gemietet. Das ist eine hervorragende Zahl – doch am Nachmittag könnte es durchaus noch besser ausgelastet sein», sagt Daniel Bill vom OK. Man spiele deshalb mit dem Gedanken, beim nächsten Mal die Nachmittagstarife gegen unten anzupassen.
Auch was die Vermarktung der Events angeht, wolle man sich steigern. Das bedeute aber nicht, die Anzahl besonderer Anlässe zu erhöhen: «Es ist mit sieben Bands, vier DJs und diversen Spezialanlässen und Matches sehr viel gelaufen, was auch geschätzt wurde», sagt OK-Präsident Karl Spiess. «Wir wollen 2021 nicht mehr Events anbieten, sondern bestehende besser bewerben und vor allem präziser erklären, um welchen Musikstil es sich handelt, wenn etwa eine Band auftritt». Trotz der Flyer hätten manche Interessierte von den Events nichts gewusst. Erschwerend kam hinzu, dass es gerade bei Top-Acts ab und zu regnete, was der Eisfeld-Stimmung natürlich nicht gerade zugutekam und die Besucherzahl reduzierte. Dennoch gebe es bereits jetzt Anfragen von Musikern, die 2021 unbedingt auftreten möchten: «Es hat sich herumgesprochen, dass die Atmosphäre bei uns gut ist», sagt Karl Spiess.

Nach den Feiertagen hat niemand Zeit
Ohnehin sind die Rückmeldungen von Besuchern positiv – so positiv, dass es gerade in den Sozialen Medien einige enttäuschte Stimmen gibt, weil bereits jetzt mit dem Abbau des Eisfeldes begonnen wird. «Wir haben in der Vergangenheit tatsächlich schon einmal um eine Woche verlängert, sind aber zum Schluss gekommen, dass Aufwand und Ertrag nicht stimmen nach den Feiertagen, wenn alle wieder zur Arbeit und in die Schule müssen», erklärt Daniel Bill. Ohne Weihnachtsanlässe, ohne Schüler, die morgens das Eisfeld nutzen, lohne es sich kaum, zumal der Personalaufwand derselbe bleibe. «In der Verlängerungswoche hatten wir durch Eintritte und Schlittschuhvermietung gerade einmal Einnahmen von 1000 Franken. Die Kosten sind aber um einiges höher», sagt Bill. Karl Spiess ergänzt: «Man soll aufhören, wenn es am schönsten ist – das hat der Abschlussevent am Sonntag bestens gezeigt.»
Derzeit wird das Eisfeld zurückgebaut und das gut zwölf Zentimeter dicke Eis auf insgesamt 600 Quadratmetern Fläche geschmolzen. Bereits Mitte nächster Woche soll von «Amriswil on Ice» nichts mehr zu sehen sein. Dass es in zwei Jahren eine siebte Amriswiler Eiszeit geben wird, davon sind die Organisatoren überzeugt – unter Vorbehalt natürlich, dass der Stadtrat sein Einverständnis geben wird. (seh)

Bei jedem «Amriswil on Ice»-Event dabei und ab und zu auch auf dem Eisfeld anzutreffen: OK-Präsident Karl SpiessBei jedem «Amriswil on Ice»-Event dabei und ab und zu auch auf dem Eisfeld anzutreffen: OK-Präsident Karl Spiess (Bild: Helio Hickl)