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Fröschli-Retter im nächtlichen Einsatz

15. März 2019
Über 400 Amphibien hat eine freiwillige Gruppe um Heidi Leumann an der Fischenhölzlistrasse schon eingesammelt. Die Frösche, Kröten und Molche wandern im Dunkeln zwischen Tintenbach und Eisweiher hin und her, um ihren Laichplatz aufzusuchen. Sie riskieren dabei ihr Leben.

Jetzt, im März, machen sich Amphibien wieder auf den Weg, um in jenem Gewässer ihre Eier abzulegen, in dem sie selbst geschlüpft sind. Beliebte Laichplätze in Amriswil sind der Eisweiher und der Tintenbach. «Viele gehen den Weg vom Bach zum Weiher, manche wandern aber auch andersherum», erklärt Heidi Leumann, die sich schon im Vorjahr als Fröschli-Retterin betätigt hatte. Sie hatte es satt, Jahr für Jahr auf ihrem Arbeitsweg so viele tote Amphibien auf der Fischenhölzlistrasse – der immer stärker befahrenen Strasse zwischen dem Revier und dem Laichplatz – kleben zu sehen.

Zum einen appellieren rot-weisse Tafeln zu Rücksicht. Effizienter ist aber der grüne Zaun, welcher zum zweiten Mal nach 2018 die Amphibien auf ihrer nächtlichen Wanderung vom Tintenbach zum Eisweiher – der Hauptrichtung also – stoppt. Ein halbes Dutzend fleissige Helfer steht abends zwischen 20 und 23 Uhr im Einsatz, um die beim Zaun angelangten Tiere über die Strasse zu tragen. «Irgendwann im Laufe des Jahres kehren sie vom Laichplatz in ihr Revier zurück. Dann jedoch nicht so zahlreich auf einmal wie jetzt», weiss Leumann.

Die Ausbeute der Retter nach knapp zwei Wochen: 250 Erdkröten (sie stehen auf der roten Liste der bedrohten Tierarten), 110 Grasfrösche und 50 Berg-Molche. «Da kommen noch viele hinzu», ist sich Heidi Leumann sicher.

Mehr Ausstiegshilfen für in Schächte gefallene Tiere

Ganz ohne plattgefahrene Amphibien geht es an der Fischenhölzlistrasse aber leider nicht. In einer stark befahrenen Stadt wie Amriswil könne man nicht alle Tiere retten, doch zumindest während der Hauptwanderungszeit im März und April lohne sich der Aufwand ihrer Gruppe, so Leumann.

Frühmorgens leistet auch eine Schulklasse der Nordstrasse Unterstützung: Sie trägt die nächtlichen «Nachzügler» über die Strasse und rettet sie so womöglich vor Katzen und Vögeln, die sich ebenfalls gerne beim Amphibienzaun aufhalten.

Für die Zukunft würde sich Heidi Leumann eine Verlängerung des bestehenden Zauns sowie einen Zaun auf der anderen Strassenseite wünschen. «Ich bin aber dankbar für die 150 Meter, welche die Stadt schon gestellt hat und um die Unterstützung des betroffenen Bauern sowie der Anwohner. Lobenswert ist auch, dass es in Amriswil immer mehr Ausstiegshilfen für Frösche und Kröten gibt, die in einen Schacht gefallen sind.» Das Lob gibt Stadtrat Claudio Zaffonato (Ressort Umwelt) zurück: «Den Fröschli-Rettern gebührt ein grosser Dank für ihren Einsatz!» (RH)

Ansprechperson: Wer ebenfalls bei der Amphibien-Rettung mitmachen möchte, kann sich gerne bei Heidi Leumann melden: 078 908 32 75.

Vorsicht Frösche: Die Tafel an der Fischenhölzlistrasse ist ein Appell an Autolenker, auf wandernde Amphibien zu achten. Der grüne Zaun schützt die Tierchen vor der gefährlichen Strasse.Vorsicht Frösche: Die Tafel an der Fischenhölzlistrasse ist ein Appell an Autolenker, auf wandernde Amphibien zu achten. Der grüne Zaun schützt die Tierchen vor der gefährlichen Strasse.