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«Unser Finanzhaushalt ist intakt»

18. November 2021
In einem Bericht der Thurgauer Zeitung wurde die finanzielle Lage von Thurgauer Gemeinden verglichen. Unter anderem ging es um die Bruttoverschuldung, bei welcher Amriswil anscheinend einen kritischen Bereich erreichen soll.

Am Montag veröffentlichte der Kanton die Finanzkennzahlen. Von einer mehrheitlich soliden Finanzlage der 80 Gemeinden wird geschrieben. Laut Thurgauer Zeitung darf sich Amriswil nicht zu dieser Mehrheit zählen. Die Bruttoverschuldung erreiche einen kritischen Bereich, heisst es im Text der Tageszeitung. Weiter sollte sich Amriswil auch nicht zu jener Mehrheit der Gemeinden zählen können, welche über einen problemlosen Finanzhaushalt verfügt. «Ich habe den Bericht erstaunt zur Kenntnis genommen», sagt Stadtpräsident Gabriel Macedo. Für die Berichterstattung seien die einzelnen Finanzkennzahlen aus dem Kontext gerissen worden. Mit der Bruttoverschuldung als alleinstehender Wert betrachtet, hinterlässt der Artikel beim Leser den Eindruck, Amriswil würde bezüglich Finanzen geradeheraus ins Unglück laufen. «Solche Darstellungen muss und kann ich zurückweisen. Unser Finanzhaushalt ist absolut intakt», so Macedo. Die Bruttoverschuldung sei etwas höher, da Amriswil in den letzten Jahren sehr viel investiert hat. Aus politischer Sicht seien solche Investitionen mehr als willkommen. Denn was wäre, wenn eine Gemeinde aufhören würde, in die eigene Infrastruktur zu investieren? Es gab viele Grossinvestitionen in den letzten Jahren. Und es werden noch weitere folgen. «Dessen sind wir uns bewusst», sagt Macedo. Diese Projekte seien aber stets in eine saubere Planung eingebettet, die auch darauf ausgelegt ist, dass die entstandene Schuld in den nächsten Jahren beglichen werden kann.

Stets positive Rechnungsabschlüsse
Amriswil durfte in den letzten Jahren stets gute Jahresabschlüsse präsentieren, die immer Ertragsüberschüsse in Millionenhöhe auswiesen. Und auch im laufenden Jahr ist man gut unterwegs. «Wir sind also in der finanziellen Lage, unsere Schulden zurückzuzahlen», betont Macedo. Man verfüge über einen problemlosen Finanzhaushalt und eine gute Finanzlage, die überhaupt nicht gefährdet sei. Im Übrigen schaue der Stadtrat lieber auf eine tragbare Verschuldung gegenüber der Bevölkerung, als auf ein Vermögen. Dieses nämlich würde zeigen, dass zu viele Steuern eingenommen und das Geld der Bevölkerung gehortet wird, während die Verschuldung zeigt, dass das eingenommene Geld aus der Bevölkerung via Investitionen auch wieder zur Bevölkerung zurückkommt. 

Amriswil investiert in ein schönes Amriswil
Die Ausführungen des Stadtpräsidenten bestätigt auch Finanzverwalterin Sandra Spitzli. Verschaffe man sich einen Überblick über alle Kennzahlen, stellt man fest, dass der Investitionsanteil in der Vergangenheit stark gewesen sei. Dass also Amriswil viel in Amriswil investiert hat. Das Ergebnis aus diesen Investitionen: Kredite mussten aufgenommen werden, Schulden wurden gemacht, die in langfristigen Verträgen mit der Bank wieder zurückbezahlt werden. «Wäre nicht investiert worden, sähe unsere Kennzahl zwar besser aus, dafür unsere Stadt vielleicht schlechter», so Spitzli. Der bis zum Jahr 2025 publizierte Finanzplan zeigt, dass man bis dahin andenkt, den Steuerfuss um zwei Prozent zu heben. Rechnet man den Finanzplan mit dem höheren Steuerfuss bis ins Jahr 2029 weiter, sieht man, dass einerseits die Steuerkraft steigt und andererseits die Schulden Stück für Stück abgetragen werden können.

Die Bruttoverschuldung ist in Amriswil verglichen mit anderen Thurgauer Gemeinden eher hoch, da in den letzten Jahren viel investiert wurde.
Die Bruttoverschuldung ist in Amriswil verglichen mit anderen Thurgauer Gemeinden eher hoch, da in den letzten Jahren viel investiert wurde.

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