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Neuer Verein hilft bei Problemen im digitalen Alltag

10. Juni 2021
Der Verein Horizont beantwortet Fragen zu Smartphone, Computer und Apps. Ab August finden die Treffen auch in Amriswil statt.

Smartphone, Tablet und Computer mit ihren Apps gehören heute definitiv zum Alltag – werfen aber auch viele Fragen auf. Kürzlich wurde der «Verein HORIZONT – Begleitung im digitalen Alltag» gegründet. Das Vereinsziel ist es, dass alle Interessierten in der Lage sind, die Chancen der Digitalisierung im Alltag gewinnbringend zu nutzen.
Früher gab es zum Beispiel nur eine Möglichkeit, das Billett für die Zugfahrt zu lösen: am Schalter. Heute kann es auch am Automaten oder online bezogen werden. Die Digitalisierung beeinflusst unsere Gesellschaft und viele Alltagsaufgaben können vermehrt nur noch auf dem elektronischen Weg erledigt werden. Häufig werden dann bei Fragen Kinder, Freunde und Bekannte um Hilfe gebeten. Nicht alle haben aber diese Möglichkeit oder aber die Geduld der Helfer wird sehr strapaziert. Angebote müssen sich am Alltag der Personen ausrichten und eine individuelle Unterstützung bieten. Das verspricht den grössten Erfolg, Smartphones mit ihren Apps vertrauensvoll und gewinnbringend zu nutzen. Diese Aussagen sind Massnahme-Empfehlungen aus aktuellen Studien. «Mit unserem Angebot 'Begleitung im digitalen Alltag' bieten wir immer eine Anlaufstelle, egal für welche Fragen rund ums Thema Handy und Computer. Dies ist weit mehr als ein klassischer Kurs», sagt der Vereinspräsident Martin Baumann. Die Hilfe wird an monatlichen Treffen, als Support am Telefon oder zu Hause angeboten.

reins 'Smarter Thurgau' bietet der Verein 'Horizont' ab August jeden Monat einen Treff in Arbon und Amriswil an. An jedem Datum wird ein digitales Alltagsthema besprochen und Raum geboten für Erfahrungsaustausch und um Fragen zu besprechen. Interessierte sind jederzeit willkommen. Für jene, die sich noch unsicher sind, bietet der Verein während zwei Monaten das Angebot «Begleitung im digitalen Alltag» kostenlos an. Interessierte können sich bereits jetzt anmelden, um weitere Informationen zu bekommen. 

Jeder Treff steht unter einem gewissen Thema. Für die Veranstaltungen in Amriswil hat der Verein bereits Schwerpunkte definiert: 

  • Mittwoch, 25. August, 18 bis 20 Uhr
    Smartphone/Tablet im Griff
    Tipps um Akku zu sparen, App ordnen und Einstellungen
  • Dienstag, 28. September, 18 bis 20 Uhr
    Apps für den Alltag
    Tipps, Installation, Registrierung
  • Donnerstag, 21. Oktober, 18 bis 20 Uhr
    Entspannt unterwegs
    SBB-Fahrplan, Online- und Sparbillete
  • Dienstag, 16. November, 18 bis 20 Uhr
    Das Smartphone als Fotokamera
    Tipps und Tricks für grossartige Fotos
  • Donnerstag, 9. Dezember, 18 bis 20 Uhr 
    Das Smartphone als Videokamera
    Tipps und Tricks für tolle Videoaufnahmen. 

Alle Treffen finden im Sitzungszimmer Oberaach im Stadthaus Amriswil statt. Dieses stellt die Stadt kostenlos zur Verfügung. «Das Projekt bietet einen klaren Mehrwert für Amriswil und unterstützt speziell ältere Menschen dabei, den Anschluss in der Gesellschaft nicht zu verpassen», erklärt Stadtrat Erwin Tanner. Als ausgebildete Lehrer, Informatiker, Erwachsenenbildner und Medienpädagogen bringen die Projektinitianten mehrjährige Erfahrungen in den Bereichen IT-Schulung, Kursentwicklung, Medienpädagogik und Informatik mit. Ziel der Treffs ist es nicht, dass die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Technik des Smartphones  verstehen. Vielmehr gehe es darum, die teils praktischen Funktionen im Alltag nutzen zu können. So entstand die Idee der Begleitung im digitalen Alltag. Seit zwei Jahren läuft das Projekt nun in Frauenfeld mit Erfolg und wird seit Anfang 2021 als Standard-Dienstleistung angeboten. Anfangs sei es ein Ausprobieren gewesen, sagt Martin Zünd, Vorstandsmitglied und Initiant von Horizont. Man wusste noch nicht genau, welche Themen relevant sind. Mithilfe direkter Rückmeldungen der Besucher wurden nach und nach Themen erarbeitet. Die Begleitung funktioniere, so Zünd. Interessierte kommen an die monatlichen Treffs, lernen Neues, erhalten Inspirationen und Möglichkeiten werden aufgezeigt, so dass die Teilnehmer selber entscheiden, ob das vorgestellte Tool etwas für ihren Alltag wäre und probieren es aus. Tauchen Fragen auf, können diese am nächsten Treff besprochen werden oder man meldet sich beim Online-Support für Soforthilfe. Per Telefon oder Hausbesuch werden so Fragen schnell und unkompliziert beantwortet. Im Zentrum steht dabei immer der Alltag. Es wird soweit erklärt, wie es für die Teilnehmer von Nutzen ist. «Wir zeigen zum Beispiel auf, wie Grosseltern mit der Instagram-App ihre Enkel im Alltag erleben können, ohne dass sie von sich Bilder online stellen», so Zünd. 

Teilnehmerzahl entscheidet über Zukunft
Die Kurse werden in der Anfangsphase von Martin Zünd und Martin Baumann sowie einem IT-Spezialisten geführt. Die Themen der Treffs werden auf horizont-online.ch aufgeschaltet. Wer regelmässig teilnimmt, wird zudem in die WhatsApp-Gruppe aufgenommen, so dass man laufend informiert wird. Inputs für Themen der rund zweistündigen Treffs nehmen die Leiter gerne auf. «Wir sind eine lernende Organisation, welche die Kunden miteinbezieht», so Zünd. In die Treffs einsteigen kann man jederzeit. Eine Anmeldung ist notwendig. Für Amriswil sei das Konzept interessant, lohne sich aber nur, wenn die Nachfrage entsprechend da wäre. «Wenn nur zwei oder drei Personen an die Treffs kommen, lohnt sich das nicht», so Tanner. Gerechnet wird nach einer Anfangsphase mit monatlich 15 bis 20 Teilnehmern. Amriswil unterstützt das Projekt für die einjährige Pilotphase mit einer Anschubfinanzierung von 2500 Franken. Ob das Angebot dann weitergeführt wird, hängt vom Interesse ab.       

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Informationen zum Verein, Treffdaten und Anmeldung Schnupperangebot www.horizont-online.chinfo@horizont-online.ch, 079 698 62 13

Der erweiterte Vorstand vom Verein Horizont bei der Gründung (von links): Martin Baumann, Guido Knaus, Willi Gantenbein und Martin Zünd.
Der erweiterte Vorstand vom Verein Horizont bei der Gründung (von links): Martin Baumann, Guido Knaus, Willi Gantenbein und Martin Zünd.