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Ein Hefenhofener kehrt (fast) heim

29. April 2021
Er bezeichnet sich als dominikanischer Ostschweizer und nimmt nicht nur seine Hautfarbe aufs Korn, sondern auch seine Erlebnisse.

«Kennst du die, die das Dorf nie verlassen?», fragt Kiko. Und genau diese Freunde sind es auch, die ihn immer wieder in seine Heimat ziehen. Heute lebt der Comedian, der eigentlich Frank Cabrera Hernandez heisst, in Zürich. So liegt sein letzter Besuch auch nicht lange zurück. «Vor drei Wochen bin ich zuletzt hier gewesen», sagt er. Seine Schwester wohnt in Romanshorn, er gehe sie besuchen, kaufe im Hofladen in Schocherswil ein oder gönnt sich Erdbeeren vom Sonnenhof. «Das sind gute Angewohnheiten von früher, die ich heute noch lebe», sagt er. Kiko hat eine schöne Kindheit in Hefenhofen und Amriswil verbracht. Auch wenn es nicht immer leicht gewesen sei, aber ohne all seine Erlebnisse, ob gut oder schlecht, wäre er vielleicht nicht zu dem geworden, was er heute ist: ein gefragter Comedian. 

Das Rezept seines Humors
Seinen Humor hat er genau in jenen Momenten geformt, in welchen andere vielleicht weniger ans Lachen denken. Er, als kleinster von drei Geschwistern, wusste sich stets zu wehren. «Da bekommst du automatisch ein freches Mundwerk», sagt er. Schon immer sei er der Clown gewesen, auch in der Schule. So sagte schon sein Turnlehrer in der BMS zu ihm: «Ach Kiko, du wirst bestimmt mal noch den Stefan Raab ersetzen.» Der richtige Spruch zur richtigen Zeit, das sei das Rezept seines Humors. Schon mit 15 konsumierte er die HBO-Serie 'Def Comedy Jam' auf Originalsprache. Auch wenn er nicht alles wortwörtlich verstanden hat, die Witze verstand er. Später war es Michael Mittermeier, dessen Programme er rauf und runter hörte. Mittermeiers Arbeitsweise faszinierte ihn. Dieser nimmt zum Beispiel jeden Auftritt auf und hört ihn noch einmal an. Welche Witze sind gut angekommen? Welche Improvisationen haben funktioniert? Vom Fan wurde Kiko zum Supporter. So kam es, dass er vergangenes Jahr für zehn Minuten neben Mittermeier auf der Bühne der Samsung Hall in Dübendorf vor 2000 Leuten auftreten durfte. Als er merkte, dass sein Humor auch vor Publikum besteht, das eigentlich für einen anderen Humoristen Eintritt bezahlt hat, erlebte Kiko seinen «Gänsehautmoment». Mit diesem Rucksack voller Erlebnisse hat Kiko nun sein erstes, abendfüllendes Programm 'solo' geschrieben.

Rassismus, Bobrennen und Uhren
Entstanden sind 90 Minuten voller Authentizität und Selbstironie. Kiko sieht den Witz in Alltagssituationen, verpackt Tragik mit seiner optimistischen lockeren Art in leicht verdauliche Geschichten und überrascht mit Spontanem. Thema des Programms: sein Leben. Und da hat der 36-Jährige doch schon einiges zu erzählen. Angefangen mit seiner Reise von der Dominikanischen Republik in die Schweiz und ersten Erfahrungen mit Alltagsrassismus. Mit Humor kämpft er sich durch. Später wird er Barbesitzer, Rapper, verkauft Schweizer Uhren in Hongkong, rutscht wortwörtlich in das Management der jamaikanischen Bobmannschaft, welche er bis an die Olympischen Spiele nach Russland und zur Wok-WM von Stefan Raab brachte, wo sie im Übrigen Weltmeister wurden.

 

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Kiko in Amriswil

Kiko hat viel erlebt und spricht gerne davon. So auch am Freitag, 7. Mai, um 20.15 Uhr im Kulturforum in Amriswil. Mehr Infos unter www.kikomedy.ch oder 
www.kulturforum-amriswil.ch.

Der Komiker Kiko kommt am 7. Mai ins Kulturforum nach Amriswil.
Der Komiker Kiko kommt am 7. Mai ins Kulturforum nach Amriswil.