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Neue Spielmöglichkeiten beim Campingplatz

29. April 2021
Der Spielplatz beim Campingplatz und Strandbad Amriswil wurde saniert und teilweise erneuert. Auf den Saisonbeginn hin soll er begehbar sein.

Rund 120 Dauercampern bietet der Campingplatz Amriswil Platz. Daneben gibt es zwischen 25 und 30 Touristenplätze. Wer einen davon ergattern will, muss reservieren. «Für die kommenden Sommerferien sind wir bereits ausgebucht», erklärt Andreas Fässler, Leiter Sicherheitsdienste und Verantwortlicher für den Campingplatz. Für die ganze Saison rechnet man mit neuen Rekordzahlen. Bereits im vergangenen Jahr schrieb der Campingplatz auch aufgrund von Corona und der bundesrätlichen Empfehlung, die Ferien in der Schweiz zu verbringen, die besten Zahlen seit Beginn der Aufzeichnungen. Noch höher sollen diese heuer sein, weil der Platz vergangenes Jahr erst Anfang Juni öffnen durfte. Dieses Jahr kommen die Gäste bereits zum gängigen Saisonbeginn im April. Neben Fest- und Touristenplätzen vermietet die Stadt Amriswil auf dem städtischen Campingplatz in Uttwil auch zwei sogenannte Pods. Die kleinen Holzhäuschen mit je einem Bett für zwei Personen, einem Tischchen und zwei Stühlen eignen sich besonders für Velotouristen. «Die Häuschen sind als Zeltersatz für Velofahrer gedacht, die nicht zu viel Gepäck dabei haben möchten und nur mit einem Schlafsack anreisen», so Fässler. 

Amriswil mit Seeanschluss
Mit ein Grund, wieso der Amriswiler Campingplatz so beliebt ist, ist der direkte Seeanschluss und das Strandbad. Die grosse Liegefläche und das Restaurant mit Terrasse laden zum Baden und Relaxen ein. Ideal: Zwischen Liegewiese und Seeufer gibt es einen Zaun, der Kinder davon abhält, unbemerkt zum Wasser zu gelangen. 
Ebenfalls vom Zaun geschützt werden jene Kinder, die auf dem Spielplatz toben. «Für die Eltern eine riesen Entlastung», erklärt Stefan Koster, Stadtrat und Präsident der Strandbadkommission. Bis vor Kurzem wurde der Spielplatz saniert, teilweise erweitert und erneuert. 2008 wurde dieser der letzten Sanierung unterzogen. Ziel war es «den Spielplatz wieder aufzumotzen und auf Vordermann zu bringen», so Koster. Obschon man nach der kurzen Zeit seit der letzten Sanierung nicht viel Geld ausgeben wollte, einigte man sich in der Strandbadkommission darauf, den Spielplatz so umzugestalten, dass er attraktiv ist für die Gäste des Restaurants und des Campingplatzes, aber keine riesen Attraktion darstellt. So wurde der Spielplatz zwar etwas vergrössert, aber dennoch nicht riesig. «Gedacht ist er für Kinder bis etwa 10 oder 12 Jahre», so Koster. Mit den kleineren Geräten, die für Jugendliche weniger attraktiv sind, wollte man das Zielpublikum etwas definieren. Speziell für die baufreudigen Kinder wird es im Sandhaufen neu zwei kleine Bagger geben, in der Wiese sind zwei runde Trampoline im Boden eingelassen und die Schaukel wurde saniert. «Der Kultstatus des Spielplatzes, das kleine alte Karussell, wurde ganz bewusst erhalten», so Koster. Dies war der Kommission ein Anliegen. Nach dem Motto 'Was nicht kaputt ist, wird nicht einfach entsorgt'. 

In etwa zwei Wochen offen
Benutzbar soll der Spielplatz sein, sobald die Wiese etwas mehr begrünt ist. «Das sollte nicht mehr zu lange dauern. Wenn das Gras schön wächst, werden die Absperrbänder in etwa zwei Wochen entfernt», erklärt Koster. Rechtzeitig auf die Ferien nach den Pfingsten sollte der Platz auf jeden Fall bereit sein für die Camping- und Restaurantgäste. Mit der Spielplatzsanierung zeigt die Strandbadkommission auch, dass sich sowohl Restaurant als auch der Campingplatz wieder für eine starke Saison rüstet. «Wir sind uns sicher, dass hier auch diesen Sommer wieder Hochbetrieb herrschen wird. Darauf freuen wir uns natürlich auch mit einem übersichtlichen, neuen Spielplatz an diesem tollen Ort», sagt Koster. 

Subventionierte Fahrten ans Wasser
Dass Amriswil ein Strandbad am See besitzt, ist dem Umstand zu verdanken, dass es am Anfang des 20. Jahrhunderts weder Warmwasserbadeanstalten, noch sonstige öffentliche sanitäre Einrichtungen, ausgenommen einige Brausebäder, gab. Umso beliebter war es, im Sommer an den nahen See zu fahren. Nebst den sanitären Interessen kamen im Zuge der Nachkriegszeit die «Lebensreformer» auf. Dies führte dazu, dass ab 1923 subventionierte Postautofahrten von Amriswil nach Uttwil durchgeführt wurden, die sich grosser Beliebtheit erfreuten.

Land, das den Ansprüchen genügt
Bevor das Land des heutigen Campingplatzes gekauft wurde, hat die Gemeinde an einer anderen Stelle ein Grundstück gepachtet und später gekauft. Dieses war jedoch für den Anspruch nur bedingt geeignet und auch im Zuge der Diskussion um den Bau einer Warmwasseranstalt in Amriswil selber entschied sich die Gemeinde 1931 für den Kauf der heutigen Parzelle von den Gebrüdern Jakob und Emil Laib. Auf dem Gelände befanden sich zwei Badehütten, die auf Pfählen direkt im See standen. 1932 wurde auf der heutigen Liegewiese ein zusätzliches Strandbadgebäude erbaut. Im Zuge verschiedener Bautätigkeiten wurden 1969/70 die Badehäuschen und das Gebäude abgerissen und durch Bauten ersetzt, die auch heute noch stehen.

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Mehr zum Landkauf 
Genaueres über die Landgewinnung mit Seeanschluss können Interessierte am Museumssonntag vom 5. September 2021 im Ortsmuseum im Zuge der Erzählstunde «Amriswil die Stadt am See» von Daniel Laib erfahren. Er erzählt dann die wechselvolle Geschichte in Wort und Bild und wie Amriswil zu seinem Seeanstoss kam. Mehr Infos zur Erzählstunde auf www.ortsmuseum-amriswil.ch

 

Die Strandbadkommission beim neuen Spielplatz: (v.l.) Andreas Fässler, Richard Hungerbühler, Heidi Scalco, Daniela Di Nicola und Stefan Koster.
Die Strandbadkommission beim neuen Spielplatz: (v.l.) Andreas Fässler, Richard Hungerbühler, Heidi Scalco, Daniela Di Nicola und Stefan Koster.