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Amriswil, der Bevölkerungsmagnet

31. März 2021
Ende 2020 wohnten 282'080 Menschen im Kanton Thurgau. Dies sind etwa 3'350 Personen oder 1,2 Prozent mehr als im Vorjahr. Von den kantonalen
Zentren zeigte Amriswil mit drei Prozent, wie im Vorjahr, das stärkste Wachstum.

Die Thurgauer Bevölkerung ist im Jahr 2020 – wie schon im Vorjahr – um 1,2 Prozent gewachsen. Besonders die ausländische Bevölkerung sowie die Zahl der Seniorinnen und Senioren ist weiter gestiegen. Amriswil ist unter den Städten Bevölkerungsmagnet geblieben. In den letzten fünf Jahren hat die Einwohnerzahl im Kanton Thurgau um 15'600 Menschen zugenommen. Dies ist mehr, als wenn die Einwohnerschaft einer Stadt wie Arbon oder Amriswil hinzugekommen wäre. 

Mehr Seniorinnen und Senioren
Die ältere Bevölkerung nimmt deutlich zu. Seit über zehn Jahren steigt die Zahl der über 65-Jährigen Jahr für Jahr um drei Prozent. Dies war auch 2020 der Fall. Seit drei Jahren wächst die Bevölkerung im Rentenalter nicht nur relativ, sondern auch in absoluten Zahlen schneller als jene im erwerbsfähigen Alter. 2020 nahmen die 20- bis 64-Jährigen um 1‘220 Personen zu, die Seniorinnen und Senioren dagegen um 1‘570 Personen. Der Altersquotient, der das Verhältnis der über 65-Jährigen zur Bevölkerung im Erwerbsalter misst, ist dadurch in den letzten Jahren besonders rasch gestiegen: 2018 kamen auf 100 Personen im Erwerbsalter 28 Seniorinnen und Senioren, 2020 waren es 30. Zum Vergleich: Vor zwanzig Jahren kamen auf 100 Personen im Erwerbsalter 23 Seniorinnen und Senioren. Durch steigende Geburtenzahlen und Zuzüge nimmt seit einigen Jahren auch die Zahl der unter 15-Jährigen zu. Zuletzt um deutliche 1,8 Prozent. Die Generation der 15- bis 30-Jährigen wird hingegen kleiner.

Zuwanderung bestimmt Wachstumstempo
Das Wachstumstempo wird im Wesentlichen von der Zuwanderung aus dem Ausland bestimmt. Im Jahr 2020 nahm die ausländische Bevölkerung im Thurgau um fast 1‘800 Personen oder 2,6 Prozent zu. Damit ist der Zuwachs der ausländischen Bevölkerung bei weitem nicht mehr so hoch wie vor ein paar Jahren: Zuletzt war er 2012 mit gut 4 Prozent am stärksten ausgefallen.

Jeder Vierte mit ausländischem Pass
Ende 2020 lebten rund 71‘200 Ausländerinnen und Ausländer im Thurgau. Jede vierte Thurgauerin oder jeder vierte Thurgauer hat eine ausländische Staatsangehörigkeit (25,2 Prozent). Landesweit ist der Ausländeranteil in etwa gleich hoch (25,3 Prozent im Jahr 2019). Die Bevölkerung schweizerischer Nationalität ist im Jahr 2020 um rund 1‘600 Personen oder 0,8 Prozent gewachsen. Damit hat sich das moderate Wachstumstempo der Vorjahre fortgesetzt. Einbürgerungen spielen hier eine wichtige Rolle: Zwischen 50 und 60 Prozent des Wachstums der Schweizer Bevölkerung war in den vergangenen Jahren auf Einbürgerungen zurückzuführen, 2019 waren es sogar 64 Prozent gewesen. Die meisten Eingebürgerten stammen aus Deutschland, Italien und Südosteuropa.

Amriswil hebt den Durchschnitt an
In den vergangenen fünf Jahren verzeichnete Amriswil im Vergleich mit den Thurgauer Städten ab 10'000 Einwohner deutlich das grösste Wachstum und liegt damit auch deutlich über dem kantonalen Schnitt. Während Amriswil seit 2015 um 8,5 Prozent gewachsen ist, ist Romanshorn im Vergleich um 5,5 Prozent gewachsen, Arbon um 4,9, Frauenfeld um 4,4, Kreuzlingen um 4,1 und Weinfelden um 4 Prozent. 

Amriswil ist in den vergangenen fünf Jahren im Vergleich zu den anderen grossen Städten des Thurgaus ab 10'000 Einwohner am stärksten gewachsen.
Amriswil ist in den vergangenen fünf Jahren im Vergleich zu den anderen grossen Städten des Thurgaus ab 10'000 Einwohner am stärksten gewachsen.