"Das Veloroutennetz ist ein rollender Prozess"

Auch wenn im Amriswiler Zentrum noch kein lokaler Veloweg ausgeschildert ist, befindet sich das Projekt Veloroutennetz auf einem guten Weg und kann kleine Erfolge verzeichnen.

«Das Veloroutennetz Amriswil soll der Amriswiler Bevölkerung eine attraktive und sichere Infrastruktur bieten, damit sie auf dem Weg zur Schule, zur Arbeit oder zum Einkaufen möglichst gefahrenfrei unterwegs sein kann. Und es soll mit dem übergeordneten Netz der Velolandrouten verknüpft sein.» Was so – unterzeichnet vom Stadtrat – im Leitbild aus dem Jahr 2014 steht, hat nach wie vor Gültigkeit.

In den vergangenen drei Jahren hat das Projekt von der strategischen auf die operative Ebene gewechselt. Auch wenn die Stadt Amriswil bisher noch keine einzige Veloroute beschildert hat, ist dem Wohl der Velofahrer doch schon mehrfach Rechnung getragen worden. So bei der Umgestaltung der Weinfelder-/Arbonerstrasse mitsamt Kreisel Pentorama und Knoten St.?Gallerstrasse. Oder im Falle der Bahnhofstrasse, wo sich zahlreiche Velobügel befinden. «Auch bei der bevorstehenden Sanierung des Mühlebach-Kreisels, welcher für Velofahrer eher gefährlich ist, machen wir uns beim Kanton für eine gute Lösung stark», sagt Stadträtin Daniela Di Nicola.

Warten auf einen Entscheid zur Signalisation

«Die Umsetzung der Massnahmen ist ein rollender Prozess», hält Di Nicola fest. Und Rolf Scheurer von der Bauverwaltung, welcher ebenfalls der Arbeitsgruppe Veloroutennetz angehört, verweist auf die hohen Kosten, die jede bauliche Massnahme verursacht: «Wir können jetzt nicht einfach mehrere Velowege durch Amriswil bauen. Vielmehr geht es uns darum, bei jedem anstehenden Tiefbauprojekt auch an den Langsamverkehr zu denken.»

Dennoch hofft die Arbeitsgruppe Velowegnetz, bald die erste lokale Veloroute signalisieren zu können. «Ginge es nach uns, wäre eine bereits umgesetzt», sagt Daniela Di Nicola. Doch erhielt die Stadt Amriswil von kantonalen Tiefbauamt einen Negativbescheid zur geplanten Signalisation. «Der Kanton wünscht eine einheitliche Beschilderung für Velorouten, welche aber noch nicht definiert ist. Für uns macht es keinen Sinn jetzt Markierungen und Beschilderungen anzubringen, um diese nach kurzer Zeit wieder ändern zu müssen.»

Wieder ein Veloraum beim Bahnhof?

Im vergangenen Jahr wurde das Amriswiler Veloroutennetz sowohl in den Kantonalen Richtplan als auch in das Agglo-Programm aufgenommen. Es besteht somit berechtigte Hoffnung auf Unterstützungsgelder bei gewissen Bauvorhaben. So etwa im Falle des Amriswiler Bahnhofs, wo Teile der Bevölkerung wünschen, dass es wieder ein abschliessbares Velo-Hüsli gibt, also einen Raum, in dem Pendler ihr Fahrrad einstellen können – ganz ohne Angst vor Diebstahl oder Beschädigung.


Leitbild Veloroutennetz aus dem Jahr 2014  [PDF, 13.0 KB]

Karte Veloroutennetz  [PDF, 467 KB]